Wo zum Teufel ist die Toleranz hin? Mobbing und ihre Auswirkung..

Diese Frage stelle ich mir oft, denn man braucht sich nur umzusehen. Egal ob im echten oder auch im virtuellen Leben.

Mobbing, fast überall wo man hinschaut und das fängt sogar schon in der Grundschule an.

Ein lebensfrohes Kind, das auf einmal tottraurig nach Hause kommt und sagt, dass es nicht mehr zur Schule gehen will. Hat es eine Brille auf, wird es als Streber bezeichnet, ausgelacht oder sogar fies angemacht. Egal wie sich das Kind anzieht, es ist einfach nie gut genug. Dann die vielen Probleme die keine Probleme sein müssten! Der Pulli zu grün, die Schuhe zu neu, die Frisur zu kurz, die Nase zu schief, die Ohren zu abstehend, der Name nicht passend, die Grösse zu klein und die schwarze Lederjacke zu cool.

Solche Momente prägen, egal ob jung oder alt.

Warum kann man nicht tolerant sein? Ist das nicht eines der wichtigsten Dinge, die Eltern ihren Kindern schon früh beibringen müssten?

Kinder untereinander können grausam sein. Eine kleine, wachsende Seele, die nur so vor Energie sprüht, wird zunichte gemacht. Einerseits sage ich mir, ein Kind, dass solche Strapazen, solch ein trauriges Leid schon sehr früh in seinem kurzen Leben kennenlernen musste, lässt sich später wohl wenn es erwachsen ist, nicht mehr so leicht verarschen. Das Positive aus dem Negativen ziehen!

Das könnte doch jedem ganz einfach erspart bleiben, würde man sich nur gegenseitig etwas mehr tolerieren. Ohne Toleranz gäbe es doch nur noch Kriege -oder nicht (?) und haben wir davon nicht schon genug auf dieser Welt?

Ich finde es so schade, denn jeder Mensch ist einzigartig. Man sollte ihn so akzeptieren, wie er ist.

Was aber das Schlimmste ist und dieser Satz finde ich (Entschuldigung!) einfach nur zum Kotzen: Kleider machen Leute. Nein, sage ich! Kleider machen eben keine Leute.

Warum sollte ein Mensch mehr Wert haben mit z.B. einer Markenkleidung? Dieser dämliche Satz ist schon so in unseren Köpfen verankert, dass ein Teil der Masse wirklich daran glaubt, dass dieser Satz einer Weisheit entspringt.

Der Mensch kann auch in hundsgewöhnlichen Klamotten das Herz am richtigen Fleck haben. Er kann genauso viel auf der Arbeit geben, wie jemand, der Markenklamotten anzieht. Jeder hat doch seinen individuellen Style. Jeder soll doch tragen dürfen, was er tragen möchte. Denn nur wenn man sich wohlfühlt, kann man ganz sich selbst sein. Was ist daran eigentlich verkehrt?

Dann, jeder Mensch ist anders, vom Aussehen vom Körper her. Der Eine füllig, der Andere eher schmal. Ob die Nase nun kurz oder lang ist, schief oder flach gedrückt, kommt es wirklich darauf an, wie man aussieht?

Hat es nicht jeder Mensch verdient, so geliebt zu werden wie er ist? Man muss doch den Menschen selbst kennenlernen, so wie er ist.

Genau das Gleiche mit: «Ach, das ist ein totaler Vollpfosten, mit dem würde ich mich nicht abgeben». Wenn man diese Person nicht kennt und man aber sowas über diese Person hört, sollte man nicht einfach über diese Person urteilen, nur weil der Andere ein Problem mit dieser Person hat -oder liege ich da falsch? Man muss sich doch selbst ein Urteil oder eine Meinung über eine Person bilden, indem man sie selbst kennenlernt.

Ich wünschte mir, dass es im Leben viel mehr Toleranz gäbe. Vielleicht bin ich auch nur ein Träumer, aber so sehe ich das. Wie sieht es denn bei Euch aus, was denkt ihr darüber?

Kind allein erziehen, wo bitte ist die Anleitung?

Ich weiss noch, ich war damals gerade in Indien, als ich die frohe Botschaft bekam, dass ich schwanger sei. Der erste Gedanke war: «Oh, mein Gott». Ich war so ziemlich geplättet. Ich merkte ja schon, dass etwas anders war, mit mir und meinem Körper. Doch daran hätte ich trotzdem nicht gedacht, denn ich war schon im dritten Monat. Da sass ich nun, kreideweiss, vor der Ärztin. Alle schienen sich zu freuen, ich aber schob innerlich die Panik, denn ich konnte mir überhaupt nicht vorstellen, eine Mutter zu sein. Kann ich das überhaupt? Bin ich in der Lage, ein Kind aufzuziehen? Wie geht das und wo steht das und wo finde ich eine Anleitung, wie und was man genau tun muss? Ich war erst 25 Jahre jung, wild und war süchtig nach Risiken, Abenteuern und Reisen. Das passte irgendwie überhaupt nicht zusammen. Dann dachte ich an meine Mutter und auch an alle anderen Mütter, denen ich begegnete und stellte fest, dass ich so ziemlich das Gegenteil bin von all diesen «normalen» Müttern. Auch fühlte ich mich zu diesem Zeitpunkt, als wäre ich selbst noch ein Kind. Ich war an dem Tag komplett überfordert. Naja, auch an den Tagen danach.

Heute muss ich sagen: Ein Kind ist das aller, aller grösste Geschenk und so wie meine Mutter immer gesagt hat: «Egal was ist, du kannst damit immer zu mir kommen». Genau dasselbe vermittelte ich meinem Kind. Sie ist heute mittlerweile 10 Jahre alt, freundlich, aufgeweckt, hat ihren eigenen Kopf, kann auch manchmal lästig sein und zickig, genauso einfühlsam und lieb und ich denke, dass ich die Erziehung bis jetzt eigentlich ganz gut hingekriegt habe.

Ich weiss noch an ihrem Schlupftag, als die Schwester kam und mich fragte, ob ich mein Baby mit zu mir ins Bett nehmen möchte. Ich hatte die totale Angst davor, sie im Schlaf zu erdrücken und sagte einfach nein. Sie versicherte mir, dass das nicht passieren würde und brachte meine Kleine ins andere Zimmer nebenan, auf die Babystation. Trotz der Erschöpfung der Geburt konnte ich nicht schlafen. Mich plagte das schlechte Gewissen und ich vermisste sie. Ich stand auf, ging zur Tür und schaute nach ihr. Sie war ganz alleine dort und weinte. Das brach mir mein Herz und so suchte ich die Schwester. Ich bekam dann ganz viele Tipps von ihr und machte viele neue und auch positive Erfahrungen.

Nun steckt meine Tochter in der Vorpubertät und ich komme manchmal echt an meine Grenzen. Ich darf nicht vergessen, wie es war, als ich ein Kind war. Die Sichtweise von einem Kind ist da ganz anders, viel simpler. Auch merke ich oft, dass der Fehler bei mir liegt. Ich verwöhne sie vielleicht manchmal zu sehr, weil sie einfach ein Einzelkind ist und nur einen Elternteil hat, doch Kinder sind smart! Sie wissen genau, wie sie ihre Eltern um den Finger wickeln können. Auch wenn es um das Aufräumen geht. «Ja, Mami, ich mache es gleich», doch es wird viel zu lange hinausgezögert und wenn man dann selbst dabei ist die Wohnung aufzuräumen und das Chaos im Kinderzimmer noch immer nicht beseitigt wurde, räumt man dann halt selber schnell auf. Sonst wird man ja nie fertig! Doch das scheint auch nicht wirklich die Lösung zu sein.

Ich weiss es gibt genügend Ratgeber zu diesem Thema, doch schlussendlich hilft mir die Praxis und nicht das Buch. Wenn man sich nämlich in das Kind hineinversetzt und darüber nachdenkt, wieso es so reagiert, kommt man meistens schnell darauf, wo das Problem liegt. Ich bin sehr dafür, dass man dem Kind zuhört, doch das kann auch zu Diskussionen führen und da habe ich gemerkt, dass man sich besser nicht auf Diskussionen einlässt. Auch musste ich mich das eine oder andere Mal bei meiner Tochter entschuldigen. Wenn sich das Kind für sein Fehlverhalten entschuldigen muss, sollten das Eltern ebenfalls tun, denn auch wir bauen mal Mist.

Ich bin bestimmt nicht die beste Mutter, obwohl mir das meine Tochter sehr oft sagt, aber ich gebe mir die allergrösste Mühe, dass sie glücklich ist und bleibt und selbstständig wird und ihr Herz am rechten Fleck trägt. Klar braucht es auch klare Regeln, welche dann in Frage kommen, zeigt die Zeit.

Es geht also, so ganz ohne Anleitung

Oder nicht? Wie denkt ihr darüber?