Der Tod, der ist gemein

Klar ist es das Normalste auf der Welt. Wir werden geboren, allein und werden wieder sterben, allein und zwischendurch versuchen wir, zu leben. Zu leben mit unseren Familien, Freunden, den Tieren, aber auch mit Arschlöchern, die versuchen, uns Steine in den Weg zu legen. Ist okay, denn auch diese Arschlöcher brauchtes, um dich in gewissen Dingen oder Lebensphasen zu stärken, damit du deine Lehre daraus ziehen und lernen kannst. Es passieren aber auch unheimlich schöne Dinge im Leben, die dich so richtig glücklich machen, die du mit den Menschen und Tieren teilen kannst, die dir nahestehen.

Ich meine, wenn du zum Beispiel einen Vater verlierst. Ich will es mir gar nicht erst vorstellen, wenn er, der sein Leben lang für dich gesorgt hatte, auf einmal nicht mehr da ist und eine grosse, traurige Leere hinterlässt. Auch in der Familie selbst. Es muss grausam sein. Für uns, nicht für den Vater, denn ich denke, der Tod selbst ist nichts, wovor man Angst haben muss. Ich denke oder male es mir so aus, dass es bloss einen Übergang ist, in eine andere Welt, die danach wieder zu unserer Welt führt, aber in ein anderes Leben.

Wir, die Hinterbliebenen, wir leiden. Wir vermissen ihn, wir trauern um ihn. Wir wissen nicht mehr, wo uns der Kopf steht. Vielleicht trinken wir, um einfach diesem Gefühl aus dem Weg zu gehen und ich muss sagen, ohne jemanden zum Trinken verleiten zu wollen, in dem Moment tut das vielleicht ganz gut. Vielleicht steht man unter Schock und reagiert kalt oder vielleicht denken wir in dem Moment, das ist bloss ein beschissener Traum, der viel zu lange anhält und dass man einfach nur noch aufwachen möchte. Man realisiert es vielleicht noch nicht, bis man dann tatsächlich aufwacht und dasitzt, mitten im Geschehen, wo aber alles um dich herum, nur noch tottraurig erscheint.

Der Tod, der ist gemein. Doch ich denke, diese Person, ob Vater, Mutter, Geschwister, Freunde oder Tier, wenn jemand von ihnen stirbt, dann war seine Zeit hier auf der Erde einfach um.

Behalte diese Person in Erinnerung, so wie sie war. Gönne dieser Person das voranschreiten, ins nächste Leben. Jeder von uns hat Ziele, die er erreichen will, in seinem Leben. Ich spreche nicht von Haus und Auto, nicht von den materiellen Dingen. Ich spreche von Zielen wie Werte, im Zwischenmenschlichen. Das, was deine Seele wachsen lässt. Diese Person hat sie erreicht. Sei stolz, diese Person gekannt zu haben, sei dankbar für die Zeit, die du mit ihr verbracht hast. Niemand wird dich ein Leben lang begleiten, jeder muss früher oder später gehen und vor Allem, leide nicht, denn stell dir vor, du bist tot, deine Seele verweilt noch ein Weilchen hier, bis du dich von deinen Lieben verabschiedet hast. Was denkst du, wie es dir wohl gehen wird, wenn du die Menschen siehst, die dir nahestanden und nur noch um dich trauern? Du siehst sie, aber kannst sie nicht mehr in die Arme nehmen? Das bricht dir das Herz.

Trauern ist gut, man muss die Gefühle herauslassen, aber nicht für ewig. Loslassen, gehenlassen und die traurigen Gedanken in gute Gedanken umwandeln. Vielleicht ist diese Person noch eine Weile mit dir, um dir beizustehen, auch wenn du sie nicht siehst, aber du spürst sie.

Diese verstorbene Person möchte wieder dein Lächeln sehen. Sie möchte wahrscheinlich auch sehen, dass du dir deine Träume im Leben verwirklichst, damit sie sorglos hinüberschreiten kann.

Falls ich einmal sterben werde, wünsche ich mir, dass ihr für einen Abend lang eine Waldhütte mietet, Chivas Regal oder einige Kasten Bier holt, etwas zu Essen und gute, alte Rockmusik. Ich will, dass ihr die Stones reinzieht, Jimmy Hendrix, the Doors, Janis Joplin, Muddy Waters, Bob Marley, Pink Floyd und all die anderen guten Bands. Ich will, dass ihr mich feiert und über all die verrückten Momente mit mir denkt und einfach miteinander Spass habt.

Vergiesst keine Tränen, denn ich bin eine, die viel im Leben erleben durfte. Doch ich hoffe natürlich, dass ich noch eine ganze Weile unter euch sein darf und vor Allem, mit meiner über alles geliebten Tochter 😊

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