Wenn kein Arzt jahrelang die Ursache deiner Beschwerden herausfindet

Ich litt über 13 Jahre lang an unerklärlichen Darmbeschwerden. Voll peinlich, aber naja..

Ich weiss nicht, wie oft ich meine Arbeit durch diese Probleme verloren hatte, denn irgendwann hörte ich auf zu zählen. Diese Probleme hinderten mich daran, pünktlich aus dem Haus zu kommen, um zur Arbeit zu gehen. Diese Beschwerden entzogen mir all mein Eisen und meine Energie im Körper und liessen mich aussehen, als hätte ich die ganze Nacht zuvor einen heftigen Exzess gefeiert.

Ich war müde und mich plagten Kopfschmerzen (manchmal 7 Tage lang am Stück) und ich zerkratzte mir meinen Körper durch diesen unerträglichen Juckreiz. Meine Blase spielte ebenfalls verrückt. Doch mein Darm machte mir am Meisten zu schaffen. Mein Darm, der sich mehrmals und tagtäglich verflüssigte, als würde man einen Eimer Wasser ins Klo schütten. Ich war meist wie stoned unterwegs, es war mir schwindlig und ich arbeitete bis zum körperlichen Zusammenbruch, da ich nie als Versager vor meiner kleinen Tochter oder meiner Familie dastehen wollte. Ich hatte schon das Gefühl, als würden alle Wetten über mich abschliessen, quasi: Wie lange hält sie wohl diesmal auf der neuen Stelle durch?

Über viele, viele Jahre nahm ich diese kleinen, stopfenden Schmelztabletten, ohne die ging nämlich gar nichts mehr, nur waren die halt extrem schädlich. Doch was tun, wenn dir kein Arzt helfen kann und man aber zur Arbeit muss? Leider halfen die Dinger auch nur eine Zeit lang, so dass ich dann halt öfters Mal zu spät zur Arbeit kam. Gerade ich, als überpünktlicher Mensch!

Irgendwann fing auch ich an zu zweifeln, ob ich mir das Alles nicht doch irgendwie selbst zufügte und ob meine Psyche vielleicht einen Knacks bekommen hätte, in all den Jahren. Es war buchstäblich zum verrückt werden!

Zum Glück hörte ich auf mein inneres Gefühl, denn das sagte mir immer wieder, dass es eine andere Ursache geben muss.

Ich war in den letzten 13 Jahren bei x verschiedenen Ärzten und keiner konnte mir helfen. Einige wollten mir ja noch nicht mal helfen, im Gegenteil! Sie stempelten mich ab, als wären die ganzen Beschwerden nur psychischer Natur und rieten mir, eine Therapie zu machen. Jedes Mal, wenn ich sagte, dass es für meine Beschwerden eine ganz andere Ursache geben muss, rollten sie zum Teil nur ihre Augen, als würde ich blossen Schwachsinn reden. Nicht alle Ärzte die ich hatte gaben gleich auf, sie standen vor einem grossen Rätsel, aber wenn die Ursache nicht herausgefunden wurde, wurde einfach nicht mehr weitergesucht. Ich musste ja damit leben, nicht die.

Verdammt, es ist doch mein Körper und wer kennt den wohl am besten?!

Plumpe Abfertigungen wie «ach, rauchen sie doch weniger» oder «trinken sie doch einfach mal weniger Kaffee» oder «vielleicht ist es besser, wenn sie auf Kur gehen, um ihre Psyche wieder auf Vordermann zu bringen. Sie können ja ihr Kind mitnehmen».

Ich musste mir einige Kuriositäten und Unverschämtheiten anhören, was ich als sehr beleidigend empfand. Ich kam mir vor wie der letzte Depp und in der Gesellschaft selbst, als wäre ich ein arbeitsfauler Simulant.

Ich wurde 13 Jahre lang gequält von Mords-Durchfällen und das jeden einzelnen Tag. Wenn man solch eine Plage wenigstens nur 1 Mal pro Tag hat, sage ich Shit happens, aber 13 Jahre lang täglich und das manchmal bis zu 7 Mal an einem Tag, sowas geht echt an die Substanz und ich sage euch, der Arsch brennt! Die Hilflosigkeit, die man fühlt. Man ist sich so sicher, dass die Beschwerden eine andere Ursache haben, aber kein Arzt glaubte daran oder machte sich auch nur die Mühe, danach zu suchen.

Ganz ehrlich, es war die Hölle. Alleinerziehend die ganze Zeit. Man ist Mutter und Vater in einem und man braucht einfach auch die Energie, ein Kind gross zu ziehen. Ich war manchmal so am Anschlag oder von Schmerzen gequält und zweifelte sogar schon daran, ob ich das wirklich alles ganz allein schaffen kann. Ich möchte nicht jammern, denn ob alleinerziehend oder nicht, es ist beides nicht ohne, aber wenn man dazu noch so viele körperliche Beschwerden hat, muss man schon ganz schön taff sein.

Ich nahm auch immer mehr Kilos zu, obwohl ich bei diesen Darmproblemen eigentlich schon lange einen Strich in der Landschaft hätte sein müssen. Auch hatte ich durch diese Beschwerden einen überdimensional grossen Bauch, als wäre ich im 8. Monat schwanger. By the way, ich wurde schon zweimal danach gefragt.

Irgendwann, nach langen 13 Jahren, hatte ich endlich die Chance, zu einer Heilpraktikerin zu gehen, um all meine Probleme zu schildern. (Ohne Zusatzversicherung ist das so gut wie unmöglich, doch ich hatte das Universum auf meiner Seite).

Ich hatte immer gewusst, innerlich, dass wenn mir Jemand helfen könnte, dann ist das bestimmt die Naturheilpraktik. Diese herzensgute Frau Heilpraktikerin hörte mir einfach Mal zu, nicht wie die meisten anderen und versicherte mir dann, die wahre Ursache meiner Beschwerden herauszufinden.

Man sah es ihr an, wie viel Freude ihr ihre Arbeit bereitete. Ich hatte gleich das Gefühl, dass sie das wirklich kann. Sie arbeitete zusammen mit der Schulmedizin, was ich eine sehr gelungene Mischung fand und siehe da. Wie ein Geschenk des Himmels! Als wäre ich wiedergeboren worden, ein neues Leben, fand sie heraus, was mir fehlte!

Ich habe zwar noch einen langen Weg vor mir, aber er wird besser und ich werde damit irgendwann auch wieder beschwerdefrei leben können. Ich merke nämlich jetzt schon die riesigen Fortschritte.

Was ich euch aber mit diesem Bericht eigentlich sagen möchte:

Hört auf eure innere Stimme. Lasst euch nicht einreden, dass ihr verrückt seid, nur weil gewisse Ärzte nicht fähig sind, etwas herausfinden. Bleibt stark und bleibt weiterhin dran, die wahre Ursache herauszufinden, auch wenn dabei Jahre vergehen. Gebt nicht auf. Ihr spürt, wenn etwas nicht stimmt, denn ihr kennt euch selbst am besten.